Weiblichkeitsentfaltung

Was bedeutet es für Dich selbst, Frau zu sein?

Wann fühlst Du Dich besonders weiblich?

Je nachdem in welche Gesellschaft ein Mädchen geboren wird, steht sie

den dortigen Erwartungen zur Frage, was es bedeutet Frau zu sein,

gegenüber. Lange Zeit war die einzige Bestimmung einer Frau die Rolle

der Mutter. Durch das Privileg der Mutterschaft wurde sie aufgewertet,

während sie in anderen Bereichen wenig zu sagen hatte und „dem Mann“

unterstellt war. Auch heute gibt es noch viele Regionen auf unserer Mutter der Erde,

in denen Frauen viel Freiheit untersagt ist.

 

In manchen strengen Religionsgruppen werden Frauen während ihrer Menstruation aus der Gesellschaft ausgeschlossen, weil sie während ihrer Tage als unrein gelten. Die aufgezwungene Meinung, Frauen seien Kreaturen minderen Wertes, hat bis heute gravierenden Einfluss auf alle unsere Lebensbereiche, unabhängig ob ein Mensch im Männer- oder Frauenkörper geboren ist.


Seit der Antike wird danach geforscht, was eine Frau ist und was sie zu jener macht. Daraus ergab sich beispielsweise, die spätere Überzeugung, die Gebärmutter (hystera) wäre ein Wanderorgan. Ich glaube Du kennst den Ausdruck der „hysterischen Frau“. Dies kommt aus einer Zeit, in der versucht wurde, die Frau auf rein biologische Faktoren hin zu erklären. Die vermeintliche „Fähigkeit der Wanderschaft der Gebärmutter im Körper“, wurde als Ursache herangezo-gen, warum Frauen so launisch wären. Und Launenhaftigkeit gilt auch heute nicht als besonders positiv und akzepta-bel. (Exkurs: ich glaube, dass dies kollektiv-unbewusst auch einen Einfluss darauf hat, dass die meisten Frauen sich schwertun, die normalen, hormonell bedingten emotionalen Auf und Abs jeden Monat anzunehmen. Hinweis: Zyklus, Menstruation für mehr Interesse).
Im Laufe der Zeit haben sich die erste und die zweite Welle des Feminismus entwickelt und der Einfluss weiblicher Stimmen in den Bereichen Philosophie, Kunst, Kultur und Forschung nahm etwas zu. Eine der wichtigsten Beiträge-rinnen war Simone DeBeauvoir. Sie war treibende Kraft für feministische Bewegungen in Europa.


Die heute verbreitete Queer-Theory beschäftigt sich unter anderem mit der Frage, wie spezifische Rollen von der Gesellschaft „gemacht“ werden („doing gender“). Auch Simone DeBeauvoir meinte damals, man werde nicht als Frau geboren, sondern zur Frau gemacht.


Heute sind die entstandenen Rollenbilder nicht mehr ganz so klar abgegrenzt und zugeschrieben. Die Frage nach „Weiblichkeit“ und „Männlichkeit“ ist aktueller denn je.


Dieser kleine Überblick zeigt, dass sich die Ideen darüber, was Frausein bedeutet, seit Jahrhunderten immer weiter verändert und entwickelt haben.

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.. jede Frau, die sich selbst heilt, heilt all jene die vor ihr waren und all jene, die nach ihr kommen ..