Viktor Frankl

V. Frankl (1905 - 1997) entstammt einer jüdischen Beamtenfamilie und ist das zweite von drei Kindern. Er studiert Medizin, setzt sich mit Psychologie und Philosophie auseinander und engagiert sich stark für Jugendliche. Seine Schwerpunkte Depression und Suizid bringen ihn dazu, Jugendberatungsstellen zu gründen, was zu einer geringeren Suizidrate führt, und seinen Namen auch ins Ausland trägt. Im Rahmen des "Selbstmörderinnenpavillion" betreut er jährlich rund 3.000 selbstmordgefährdete Frauen.

Seine Bekanntschaft mit Sigmund Freud (Begründern der ersten Wiener Schule) und Alfred Adler (Begründer der zweiten Wiener Schule) treibt seine eigene Entwicklung stark voran und motiviert ihn, seine eigene Richtung zu entwickeln - die dritte Wiener Schule - die Logotherapie und Existenzanalyse.


Nach dem Anschluss wurde ihm 1938 aufgrund seiner jüdischen Herkunft untersagt, "arische" Patienten zu behandeln. Zwei Jahre später übernahm er die Leitung
der neurologischen Abteilung des Rothschild-Spitals. Dies war damals das letzte Krankenhaus in Wien, in dem Juden behandelt wurden.
Einige seiner Gutachten aus dieser Zeit bewahrten Patienten davor, dem nationalsozialistischen Euthanasieprogramm zum Opfer zu fallen.

Im Dezember 1941 heiratete er Tilly Grosser. 1942 wurden er, seine Frau und seine Eltern ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Sein Vater starb dort 1943, seine Mutter und sein Bruder wurden in der Gaskammer von Auschwitz ermordet. Seine Frau starb im KZ Bergen-Belsen.

In seinembekanntesten Werk "... trotzdem Ja zum Leben sagen"verarbeitete er seine Eindrücke und Erfahrungen in den Konzentrationslagern. Bereits dort klammerte er sich an die Hoffnung, dass es möglich wäre,in jeder negativen Situation auch etwas Positiv zu finden.
Schon während seiner Zeit im Konzentrationslager arbeitete er mit seinen Mit-Inhaftierten an einem Netzwerk und an der Bildung einer Gemeinschaft.

 Schon kurz nach Ende des Krieges vertrat er die Ansicht, dass vor allemVersöhnung einen sinnvollen Ausweg aus den Katastrophen des Weltkrieges
führen könne. 1946 wurde er zum Vorstand der Wiener Neurologischen Poliklinik berufen und war dies bis 1971. Er begründete die österreichische Ärztegesellschaft für Psychotherapie und wurde deren erster und einzigerPräsident. 1947 heiratete Viktor Frankl in zweiter Ehe Eleonore Katharina Schwindt, die über 50 Jahre nicht nur seine Lebensgefährtin war, sondern ihn auch wissenschaftlich unterstützte. Zusammen hatten sie eine Tochter, Gabriele.

1955 erhielt Viktor Frankl den Professorentitel für Neurologie und Psychiatrie an der Universität Wien und wurde für Gastprofessuren in die USAan die HarvardUniversity eingeladen. Er gilt als einer der größten Fachleute auf seinem Gebiet und verfasste 32 Bücher (viele in 10 bis 20 Sprachen übersetzt) und erhielt weltweit 29 Ehrendoktorate.

Viktor Frankl war begeisterter Bergsteiger und Alpinist. Drei schwierige Klettersteige wurden nach ihm benannt.

Er ist auf dem Wiener Zentralfriedhof begraben.