Was ich fand, als ich suchte - mein Weg ins Rote Zelt - und zu mir selbst als Frau.

Liebe Leserin, Lieber Leser!
Ich freu mich über Dein Interesse und nutze diese Zeilen, um Dir ein bisschen von mir zu erzählen!

Ich bin Katrin und ich lebe mit meiner Familie in der Steiermark.
Seit 2014 bin ich Hüterin des Roten Zeltes und habe damals einen aufregenden Weg zu meiner eigenen Weiblichkeit begonnen.

Als ich 2009 zum dritten Mal schwanger war, kam ich zum ersten Mal mit einem Roten Zelt in Berührung. Damals im EKIZ-Graz zum Thema Schwangerschaft und Geburt wurden mehrere Workshops und Vorträge geboten und ich fühlte mich auf Anhieb zuhause im wohligen Rot. Da ich es liebe, Räume zu gestalten, war ich direkt begeistert von der schönen Atmosphäre und Aufmachung. Ohne zu wissen, was "das Rote Zelt" überhaupt ist, beschloss ich bereits damals, so etwas auch irgendwann mal zu machen.

Die Jahre vergingen und Mutter-sein war im Vordergrund. Obwohl ich die Zeit mit meinen Kindern sehr genoß, kam doch irgendwann die Frage in mir auf, wer ich denn neben dem Mutter-sein noch bin? Ich führte viele Gespräche mit vielen Frauen unterschiedlichen Alters und fragte sie nach ihren früheren Lebensideen und wie viele sie davon umgesetzt hatten. Ich wollte wissen, wie sie sich als Frau fühlten und was sie sich wünschen. Ich interessierte mich dafür, wie sie mit anderen Frauen umgehen und sich in einer Gruppe von Frauen fühlen. Was sie ändern könnten, hätten sie drei Wünsche frei. Zeitglich beschäftigte ich mich zum ersten Mal wirklich mit meinem Zyklus und lernte so viel über mich selbst wie nie zuvor. Ich lernte, dass ich mehr Einfluss auf meinen Körper habe als mir je bewusst war und entwickelte ein völlig neues Gefühl für mich als Frau.

Anfang 2014 entschied ich mich nach längerer Recherche dazu, mein erstes Rotes Zelt zu öffnen. Ich hatte recherchiert und manches über Mondhütten und Rote Zelte erfahren und lud erfreut eine große Menge von Frauen ein. Ich liebte den Gedanken, viele Frauen in dieser besonderen Umgebung zu haben und freute mich darauf, ihnen das Rote Zelt vorstellen zu dürffen. So machte ich mich auf die Suche nach geeigneten Stoffen und Equipment, was im Ersten aber Ernüchterung auslöste. Die Steinchen, die immer wieder am Weg auftauchten, zwangen mich immer wieder dazu, mir darüber klar zu werden, wo ich eigentlich hin wollte. Die Steinchen kamen in Form von scheinbar untragbaren Kosten bis hin zu massivem Gegenwind von Menschen, interessanterweise besonders von Frauen.

Die Frage "Kommst Du ins Rote Zelt?" brachte so manche Frau in Verlegenheit und brachte mir immer wieder Abwertung entgegen. Mehr als einmal bekam ich das Gefühl dass das, was ich verfolgte, etwas Unpässliches, Unnötiges oder gar Ego Geführtes sei. Frauen hatten Angst davor, im Roten Zelt Kontrolle über sich selbst zu verlieren ohne überhaupt zu wissen, was wir dort tun! Aufgrund von Unwissenheit begannen wenige mich und meine Vision schlecht zu reden, doch das nahm ich als Anlass, mir meiner Sache nur noch sicherer zu werden.  Eine große Überraschung waren Reaktionen, wenn ich das Wort Menstruation einbrachte. Bis dahin waren viele ja noch dabei und neugierig auf das Zelt selbst, doch beim Thema Blut stiegen viele direkt aus. Das brachte mich natürlich dazu, herauszufinden, woran das liegt! Schließlich ist das Bluten ein beträchtlicher Teil des Daseins als Frau! Woher kommt dieses Unbehagen, wenn es ausgerechnet darum geht? Was stecken da für tiefe Wunden drin, dass sich eines der natürlichsten Dinge im Leben zu so einem großen Tabu entwickelt hat? Antworten fand ich auf vielfältige Weise: für manche klingt das Rote Zelt nach was "Esoterischem" und Esoterik hat keinen besonders guten Ruf. Andere erkennen nicht den Nutzen vom Roten Zelt und sehen nicht die Vorteile darin, sich des eigenen Körpers bewusst zu werden und sich damit zu beschäftigen, was es bedeutet, eine Frau zu sein. Auch wenn ich zu Beginn immer wieder an meine Grenzen stieß - am Ende lerne ich, mit den Steinchen, die auf meinem Weg liegen, etwas anzufangen. Manche hebe ich auf und schaffe sie beiseite, andere werden in schönen Mustern aufgelegt, manche nehme ich mit.

Jedenfalls hat sich mein Leben seit ich das Rote Zelt hüte stark verändert. Es ist reicher und bunter, umfasst viel mehr Menschen und bringt mich immer wieder in neue Gegenden. Mein Selbst-Bewusstsein als Frau ist immens gestärkt und ich tue mir viel leichter im Umgang mit anderen Frauen. Ich bin dankbarer als zuvor und gehe im Allgemeinen viel bewusster durchs Leben. Auch wenn ich immer wieder gefordert bin, liebe ich die Höhen und Tiefen des Lebens. Ich mag starke Gefühle und Intensität und sehe, dass alles einen Sinn hat. Ich übe mich in Vertrauen und Hingabe und wurde schlussendlich durch alles in meinem Leben zu der, die ich bin.


hier findest Du noch mehr über mich: http://www.roteszelt.at


.. mutige Frau und Gefährtin,

heilige Hexe und Wald geboren,
schönste Göttin und
Königin der Stäbe ..
aus einem Gedicht